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Toyota beim Großen Preis von Großbritannien - Hinter den Kulissen
06.07.2008 ![]() Der britische Grand Prix 2008 war gleichzeitig eine Feier zum 60. Jubiläum des Rennbetriebs in Silverstone und zum 80-jährigen Bestehen des British Racing Drivers’ Club, dem die Strecke gehört. Die Ankündigung von Bernie Ecclestone, dem Besitzer der kommerziellen Rechte, dass das Rennen ab 2010 im Donington Park stattfinden soll, hätte also kaum zu einem unglücklicheren Zeitpunkt kommen können. John Howett von Panasonic Toyota Racing meinte hierzu: “Der Große Preis von Großbritannien ist gesichert und am Ende ist es zwar traurig, einen tollen Kurs mit Tradition zu verlieren, ich bin aber auch überzeugt davon, dass in Donington eine Umgebung entsteht, die für die Formel 1 extrem gut ist.” Für den Kurs in Leicestershire ist eine Investition in Höhe von 100 Mio. £ zugesagt worden. Das letzte Formel-1-Rennen fand dort 1993 statt, als die später tödlich verunglückte F1-Legende Ayrton Senna in sagenhafter Manier den Großen Preis von Europa gewann. Passenderweise gewann Ayrtons Neffe Bruno am Sonntag das GP2-Rennen, in dem Kamui Kobayashi von Panasonic Toyota Racing Siebter wurde. Neues von den Rivalen ![]() Lewis Hamilton von McLaren–Mercedes meldete sich nach vorzeitigen Abgängen in den Großen Preisen von Kanada und Frankreich zurück und holte sich in Silverstone seinen dritten Sieg in dieser Saison. – Seine 10 Punkte bedeuten, dass nun mit ihm sowie Felipe Massa und Kimi Räikkönen aus dem Ferrari-Lager gleich drei Piloten punktgleich mit jeweils 48 Zählern die WM-Fahrerwertung anführen. “Das war definitiv mein bester Sieg überhaupt,' meinte Hamilton und stufte diesen Erfolg damit noch höher ein als seinen Regentriumpf auf dem Fuji im letzten Jahr. Nick Heidfeld von BMW Sauber fügte in Silverstone einen weiteren zweiten Platz an seine Serie als zweiter Sieger von Melbourne und Montreal an. Demgegenüber verabschiedete sich sein Team-Kollege Robert Kubica mit einem Dreher aus dem Rennen und verfehlte damit zum ersten Mal seit der Saisoneröffnung in Melbourne die Punkteränge. Der Pole bleibt im Kampf um die Weltmeisterschaft aber auf Tuchfühlung und liegt nur zwei Punkte hinter dem Führungstrio zurück. ![]() Rennbericht Jarno Trulli von Panasonic Toyota Racing rundete seinen Podiumserfolg von Magny-Cours mit zwei weiteren Punkten ab, die er sich in Silverstone in einem regen- und ereignisreichen britischen Grand Prix beschaffte. Das Team fuhr das gesamte Rennen mit den Bridgestone Potenza Standard-Regenreifen und Jarno lieferte einen engagierten Kampf, den er dicht hinter Fernando Alonso auf dem siebten Platz beendete. Sein Teamkollege Timo Glock wurde Zwölfter. ![]() Er nahm das Rennen mit einer relativ schweren Benzinlast auf und war mit Runde 26 einer der letzten unter den führenden Fahrern, der an die Box fuhr. Während des gesamten Rennens fielen Schauer, wodurch die Wahl der Strategie schwierig war. Bei seinem Boxenbesuch blieb er aber genauso wie Timo bei den Standard-Regenreifen. Es zog starker Regen auf, der die Streckenbedingungen sehr schwierig machte und beide Fahrer mit reichlich stehendem Wasser auf der Fahrbahn konfrontierte. Der Regen stoppte wieder, weshalb beschlossen wurde, bei den Standard-Wets zu bleiben und kein Risiko mit den Extrem-Regenreifen einzugehen. Im Nachhinein betrachtet hätten wir wohl mehr Positionen gewinnen können, wenn wir gewechselt hätten. “Zu diesem Zeitpunkt war die Piste wirklich schlecht, ich bin laufend aufgeschwommen und habe 15 Sekunden pro Runde verloren,” erläutert Jarno. “Wir hätten darauf setzen sollen, auf die Extrem-Regenreifen zu wechseln, aber als darüber zu entscheiden war, wussten wir schon, dass es nicht mehr regnen würde. Es war eben eine schwierige Entscheidung zu schwierigen Streckenbedingungen, im Nachhinein hätten wir es aber riskieren sollen. Es ist jammerschade, weil ich so gut in Fahrt war, dass wir auch das Podium hätten schaffen können.” Timo hatte ebenfalls einen guten Start, lag schon früh im Rennen unter den ersten Zehn und sogar an sechster Stelle, als er in Runde 25 den ersten Boxenstopp einlegte. Auch ihm machte der Regen Schwierigkeiten und er war wie Jarno von Aquaplaning betroffen, was eine Reihe von Drehern zur Folge hatte. Timo: “Als der starke Regen kam, hatte ich keine Traktion und schlidderte umher. Es gab massives Aquaplaning und ich hatte keine Chance, das Auto auf der Strecke zu halten. Es war schade, aber wir werden versuchen, im nächsten Rennen mehr zu erreichen. Die Jungs in Köln arbeiten hart und das Auto ist besser geworden. Also werden wir in Hockenheim wieder voll zur Sache gehen.” ![]() Yamashina: “Jarno hat wieder überragenden Kampfgeist gezeigt und ein gutes Resultat eingefahren, vor allem, wenn man an seinen Startplatz denkt. Er fuhr unter sehr schwierigen Bedingungen auf Standard-Regenreifen weiter und hielt das Auto auf der Strecke, wobei er gute Rundenzeiten fuhr. Es ist sehr wichtig, dass er Punkte geholt hat, weil wir uns in der Vergangenheit in solchen Rennen schwer getan haben. Timo hatte in der nassesten Phase Probleme, das Auto auf der Strecke zu halten. Jarnos Einstellungen waren für diese Bedingungen besser.” Das Team steuert nun auf einen dreitägigen Test in Hockenheim zu, um sich auf den Großen Preis von Deutschland am 20. Juli vorzubereiten. |