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Toyota beim Großen Preis von Deutschland - Hinter den Kulissen

20.07.2008


Hinter den Kulissen

25% der Plätze in der aktuellen F1-Startaufstellung sind mit Deutschen besetzt, wodurch ein starkes nationales Interesse am Grand Prix auf dem Hockenheimring bestand, auf dem nach zwei Jahren wieder die Formel 1 zu Gast war. Für Timo Glock, nur etwa 45 Minuten vom Ring entfernt aufgewachsen, bedeutete dies ein volles Programm. Er hatte am Kurs er auch eine Reihe von Familienangehörigen und Freuden zu Besuch, fand aber trotzdem noch die Zeit, einen von Premiere TV organisierten Wettbewerb zwischen den deutschen Piloten zu gewinnen, in dem es darum ging, ein Zelt aufzubauen. Er fand auf einem Campingplatz neben der Strecke statt und richtete sich an die Tausende deutscher Fans, die traditionell am Hockenheimring campen. Man feierte den Wettbewerb anschließend mit Bratwürsten.

Als Preis erhielt er eine gigantische Tüte Holzkohle – seine erste Siegestrophäe für Panasonic Toyota Racing – die er sicher nirgendwo vergessen könnte und schnell ihren Weg in das Motorhome des Teams gefunden hat. Von dort führte Timos Weg schnurstracks zurück zur Boxengasse, wo er in einem Auris mit dem Namenszug von Panasonic Toyota Racing VIP-Touren auf dem Ring veranstaltete.

Neues von den Rivalen

Durch seinen vierten Sieg in diesem Jahr übernahm Lewis Hamilton von McLaren-Mercedes mit vier Punkten Vorsprung die alleinige Führung in der Weltmeisterschaft.

Dies geschah, obwohl Hamilton der einzige unter den führenden Zwei-Stopp-Piloten war, der beim Auftritt des Safety-Cars nach dem Unfall von Timo nicht an die Box ging. “Dies bedeutete, dass ich versuchen musste, in sieben Runden einen Vorsprung von 23 Sekunden herauszufahren, und mir war nicht so sicher, ob das zu machen war,” gab Hamilton zu verstehen.

Nun, es war nicht. Er reihte sich als Vierter wieder ein und musste erst seinen Team-Kollegen Heikki Kovalainen sowie den Ferrari von Felipe Massa und den Renault von Nelson Piquet Jr. überholen, um das Rennen zu gewinnen.

Piquet erreichte mit dem zweiten Platz zum ersten Mal das Podium der Formel 1, nachdem er vom Safety-Car profitiert hatte, während Massa Dritter wurde.

Das Safety-Car kam auch Nick Heidfeld zugute, der für BMW Sauber als Vierter ins Ziel kam. Fünfter wurde Kovalainen im zweiten McLaren-Mercedes.

Kimi Räikkönen konnte mit der Pace von McLaren nicht mithalten und musste sich mit dem sechsten Platz begnügen. Er fuhr bis zum ersten Boxenstopp hinter dem TF108 von Jarno her, dem er dann aber mit einem um drei Runden längeren ersten Stint das Nachsehen gab.  
 
Red Bull Racing hat bestätigt, dass Sebastian Vettel, der zu Anfang des Monats 21 wurde, zusammen mit Mark Webber im Aufgebot des Teams für 2009 stehen wird. Scot David Coulthard kündigte in Silverstone an, dass er seine Karriere als Formel-1-Pilot zum Jahresende zu beenden gedenkt. Vettel wurde Achter, knapp hinter Robert Kubica.

Rennbericht

Panasonic Toyota Racing verließ den Großen Preis von Deutschland, 10. Lauf der FIA Formula-1-Weltmeisterschaft, nach einem vielversprechend gewesenen Rennen mit leeren Händen.

Timo Glock erlitt einen schweren Unfall, als er mitten im aussichtsreichen Rennen an eine Wand prallte, während Jarno Trulli auf sicherem Punktekurs zu sein schien, dann aber durch Balanceprobleme auf dem dritten Stint zurückgeworfen wurde. Trotz eines beherzten Kampfes verlor er acht Positionen, bevor das Rennen zu Ende war.

Nach Jarnos großartigem Qualifying, das ihm den vierten Platz in der Startaufstellung bescherte, war von ihm nur einige Autostunden von der Basis des Teams in Köln entfernt ein weiteres beeindruckendes Ergebnis zu erwarten, während Timo auf Startplatz 11 auf eine starke Strategie zurückgreifen konnte.

Jarno verlor allerdings einen Platz an Robert Kubica, als er in der Haarnadelkurve der Eröffnungsrunde gezwungen war, Platz für Fernando Alonso zu machen. Er kämpfte dann hart, um Alonso hinter sich zu halten, und festigte seine Position, als beide in der 19. Runde an die Boxen fuhren. Nach einer starken ersten Hälfte des Rennens schien zunächst alles klar für einen Platz unter den ersten Sechs. Nachdem er in der Safety-Car-Phase auf die Bridgestone Potenza Prime-Reifen wechselte, stellten sich aber Balanceprobleme ein und Jarnos Pace wurde langsamer, wodurch er Sebastian Vettel in die Klauen fiel, der auf den letzten Runden Platz acht übernahm.

“Anfangs hat im Rennen alles gut ausgesehen, aber nach dem zweiten Stopp, als wir wegen des Safety-Cars unsere Strategie änderten, wurde es wirklich schwierig,” erklärte Jarno.
 
“I bekam Probleme mit der Balance. Ich hatte schwer zu kämpfen und die letzten 10 Runden waren wirklich schwierig. Weil ich noch auf dem 8. Platz lag, habe ich hart um den Punkt gefightet. Ich hatte Vettel hinter mir zu halten, habe aber leider die Front blockiert, was ich nicht ausgleichen konnte. Das hat mich die Position gekostet. ”

Timo hatte den besten Startplatz unter den Autos mit frei wählbarer Strategie, was er auch effektiv nutzte und nach einem hervorragenden 29-Runden-Eröffnungsstint schon an achter Stelle lag, nur 4 Sekunden hinter Jarno.

Kurz danach kam dann der Unfall, durch den er sich sicherheitshalber in einem örtlichen Krankenhaus untersuchen lassen musste. Wie sich zeigte, war er unversehrt.

Tadashi Yamashina, Vorsitzender und Teamchef, meinte hierzu: "Für uns ist das Wichtigste, dass Timo in Ordnung ist. Im Moment ist es noch zu früh, um die Ursache des Unfalls exakt bestimmen zu können, sie wird aber natürlich untersucht. Timo fuhr ein starkes Rennen und schien auf dem Weg zu einem weiteren Punkte-Finish zu sein, es ist also wirklich schade. Es war ein schwerer Tag, jetzt müssen wir aber nach vorne schauen und dafür kämpfen, im nächsten Rennen beide Autos in die Punkte zu bringen."

Mit 25 Punkten liegt Panasonic Toyota Racing weiter auf dem vierten Rang der Konstrukteurswertung, einen Zähler vor Red Bull Racing. Renault besitzt jetzt 23 Punkte.

Die letzte Station der F1-Serie vor der dreiwöchigen Sommerpause ist jetzt am 3. August der Hungaroring, der eine hohe Anpresskraft verlangt.